3 Tipps für die perfekte Stimmung zum Song schreiben

Blog'n'Roll - Die richtige Stimmung zum Songwriting

Einen eigenen Song zu schreiben ist etwas Magisches. Wie beginnt dieser musikalische Prozess bei dem aus einer kleinen Idee für einen Text oder eine Melodie ein neues Lied entsteht? In diesem Beitrag möchte ich euch ein paar Tipps geben, wie ihr eure Kreativität ankurbeln und das perfekte Feeling entwickeln könnt, um euren nächsten Song zu schreiben.

Kanalisiert die kreative Energie von inspirierenden Momenten

Ideen für Songs sind wie Déjà-Vus. In einem Moment hat man eine Eingebung, sieht die Dinge plötzlich mit anderen Augen, erkennt Muster, die man irgendwoher zu kennen scheint. Und im nächsten Moment ist es schon vorbei. Was bleibt, ist nur eine vage Vermutung, dass hier eben gerade irgendwie irgendwas passiert ist, das genauso passieren sollte.

Haltet eure Augen bzw. Ohren offen für solche inspirierenden Momente. Und nutzt in diesen kurzen kreativen Initialzündungen das Momentum, um daraus einen eigenen und ganz neuen Ansatz, eine neue Idee zu entwickeln. Dann seid ihr auf dem besten Weg, ein eigenes Lied zu schreiben.

Woher könnt ihr diese Inspiration nehmen? Ein Gespräch mit einem guten Freund, ein Gemälde in einer Ausstellung, das abendliche Treiben in einer Stadt, die ihr zum ersten Mal besucht – so vieles kann euch beeinflussen und auf neue Ideen bringen, ohne dass ihr sofort wisst, woher die Idee genau kommt oder in welche Richtung ihr eigentlich da gerade zu denken beginnt. Was nach wie vor am stärksten und am schnellsten mein kreatives Feuer entfacht ist Musik.

Hört viel Musik und lasst euch inspirieren

Als Musiker ist nichts ist so inspirierend wie Musik. Umgebt euch mit Songs, mit Musik, die ihr mögt, die euch berührt und etwas in euch auslöst. Mein Tipp: Schaut ab und zu über euren Tellerrand und taucht in ein in andere Genres und Formen, die euch nicht vertraut sind, vielleicht sogar bislang eher fremd geblieben sind. Denn es geht genau darum: Sich in Situationen zu katapultieren, die auf gewisse Weise ungewohnt und vielleicht sogar auch ein bisschen unbequem sind.

Denn ihr braucht den Blick, das Gespür und das Gehör für das Neue. Nur so könnt ihr emotional auf dieses extrem geile Über-Level kommen, auf dem ihr diese überschüssigen Emotionen in eure Songs einfließen lassen und damit jemanden begeistern könnt. Das ist für mich nach wie vor die goldene Regel in der Musik: Ihr könnt nur jemanden inspirieren, wenn ihr euch selbst inspiriert fühlt. Also: Legt los. Probiert was Neues aus. Seid gespannt, was passiert. Und seid bereit, diese kreative Energie zu kanalisieren.

Bestes Beispiel: Die Liebe. Verliebt zu sein ist wohl so ziemlich die ultimative Inspirationsquelle. Meine Erfahrung: Besonders, wenn es kompliziert ist, kann das euer Songwriting beflügeln. Denn auch da gilt: Könnt ihr eure Gefühle nicht an den Mann bzw. die Frau bringen, müssen sie irgendwie irgendwo raus. Wo geht das besser, als in der Musik?

Die Musik kommt aus euch raus, egal mit welchem Instrument

Wenn dieser kreative Funke zündet und ihr vor Ideen und musikalischem Tatendrang nur so sprudelt, braucht ihr ein Ventil – ein Instrument. Glaubt mir, es ist denkbar egal, welches das genau ist. Klar, wenn ihr gerade eben eine Gitarre zur Hand habt, ist das natürlich praktisch. Wenn ihr aber just in diesem Moment im Auto im Stau steht, es bewegt sich nichts vorwärts, nichts rückwärts, ihr lasst die Gedanken schweifen, denkt nach ohne wirklich nachzudenken, und SWOOOSH kommt ihr auf eine Idee, dann habt ihr nur das: Hände, Füße, und euren Mund.

Nutzt sie! Brabbelt und trällert vor euch hin, singt erfundene Textfetzen. Denkt die Idee weiter. Trommelt auf euren Beinen, imitiert die Drums. Spielt Luft-Gitarre und imitiert die Akkorde mit eurer Stimme. Wirklich egal. Hauptsache, ihr lasst die Inspiration zur Idee werden. Auch wenn euch die Fahrer im Nachbarauto entgeistert oder amüsiert anstarren – Genau diesen extrovertierten Drive braucht ihr. Keith Richards, der legendäre Gitarrist der Rolling Stones, hat das mal so beschrieben: An guten Tagen, an denen er auf geile Ideen an der Gitarre kommt, fühlen sich an, als wäre er eine Antenne, und die musikalische Energie fließt einfach durch ihn durch. Genau an diesen Punkt, da wollt ihr hin.

Haltet etwas zum Sammeln eurer Ideen griffbereit

Gerade in solchen Fällen wie dem klassischen Stau auf der Autobahn braucht ihr unbedingt etwas, um eure Ideen fürs Allererste festzuhalten. Gerade dieses „Ausspeichern“ des musikalischen Rohmaterials ist wichtig, um sich überhaupt die wichtigen Elemente merken zu können. Und um abzuschätzen, was davon wirklich brauchbar ist. Aber auch da ist Fingerspitzengefühl gefragt. Zu viel Kopf schon am Anfang des kreativen Schaffensprozesses kann die ganze Nummer killen. Lasst lieber erstmal die Musik in eurem Kopf einfach laufen. Später sortiert und kontrolliert ihr euren Output. Manche Songs suchen und finden euch. Andere wiederum kommen erst nach mühsamem Feinschliff zum Vorschein. Solange ihr währenddessen etwa ein Smartphone oder wenigstens etwas zum Schreiben dabei habt, kann nichts schief gehen.

Fazit: Wenn gar nix geht? Einfach gar nix machen

Ihr kommt beim Songwriting auf keinen grünen Zweig? Schreib-Blockade vom Allerfeinsten? Eine ziemlich effektive und denkbar einfache Methode, mal kurz auf den „Reset“ Knopf zu drücken und neue kreative Energie zu sammeln, ist: Einfach nichts tun. Stellt eure Gitarre eine Woche lang in den Schrank. Lasst mal ein bisschen Wasser den Fluss in eurer Stadt runterfließen, und gut ist. Nehmt euer Instrument wieder in die Hand und erinnert euch ganz dunkel daran, wie das war, als ihr es zum allerersten Mal getan habt. Und SWOOOSH habt ihr nicht nur einen neuen möglicherweise inspirierenden Moment. Vielleicht wäre das ja auch ein gutes Thema für euren Song: Das erste Mal. Back to the Roots. Ab und zu was Neues wagen. Euch fällt bestimmt was Gutes ein.

Veröffentlicht von Johannes Kohrs

Gitarrist, Moderator und Herausgeber von Jam Schwätzen.

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